Beliebte Kaffee-Kekse von Lotus bekommen neuen Namen – das ändert sich

Beliebte Kaffee-Kekse von Lotus bekommen neuen Namen – das ändert sich

Wer im Flugzeug, im Hotel oder im Café einen kleinen Keks zum Heißgetränk bekommt, erkennt ihn meist sofort. Das rot-weiße Design, der karamellisierte Geschmack, die knusprige Textur – all das hat die Marke Lotus weltweit bekannt gemacht. Nun stellt das Unternehmen eine zentrale Gewohnheit auf den Kopf: Der Name des Klassikers verschwindet nach und nach vom Markt.

Globaler Kurswechsel bei Lotus Bakeries

Der Schritt kam nicht zufällig und auch nicht heimlich. Auf einer Fachmesse für Hotellerie und Gastronomie kündigte das belgische Traditionsunternehmen Lotus Bakeries eine weitreichende Markenentscheidung an. Ziel ist eine klare, einheitliche Bezeichnung des beliebten Kekses in allen Ländern, in denen er verkauft wird.

Bisher tragen die Kekse je nach Region unterschiedliche Namen und Bezeichnungen. In Belgien und weiten Teilen Europas kennt man sie als Spekulatius-Variante von Lotus, in der internationalen Luftfahrt und in vielen Hotels dominierte hingegen bereits ein anderer Name: Biscoff.

Lotus Bakeries verabschiedet sich schrittweise vom alten Namen und setzt künftig weltweit auf die Marke Biscoff.

Mit diesem Schritt will die Firma ein Problem lösen, das viele globale Marken kennen: In jedem Land ein anderer Produktname, unterschiedliche Verpackungen, verwirrte Kundinnen und Kunden. Ein einheitlicher Auftritt soll die Marke klarer positionieren und für weniger Missverständnisse sorgen.

Wie aus dem Kaffee-Keks „Biscoff“ wurde

Die Bezeichnung Biscoff existiert schon deutlich länger, als vielen bewusst ist. Bereits seit den 1980er-Jahren nutzt Lotus Bakeries den Kunstbegriff, um den Export zu erleichtern. Die Idee dahinter ist simpel: Der Name setzt sich aus „biscuit“ und „coffee“ zusammen – also aus Keks und Kaffee.

Dieser direkte Bezug zum typischen Einsatz des Produkts wirkte im internationalen Geschäft wie ein Türöffner. Fluggesellschaften, Hotelketten und Catering-Firmen griffen gern zu. Der Name ist kurz, leicht auszusprechen, und er erklärt im Grunde gleich den vorgesehenen Moment des Genusses: zum Kaffee, im Flugzeug, an der Rezeption.

Über die Jahre setzte sich Biscoff in vielen Märkten so stark durch, dass die alte Bezeichnung eher zur regionalen Randnotiz wurde. Nun dreht Lotus Bakeries den Spieß komplett um: Biscoff soll nicht mehr nur eine Exportmarke sein, sondern das globale Gesicht des Kekses.

Schleichende Umstellung: Was Kundinnen und Kunden schon sehen

Wer aktuell eine Packung der bekannten Kekse im Supermarktregal in die Hand nimmt, erkennt den Prozess bereits. Das Wort Biscoff ist deutlich präsenter, größer gedruckt und oft der eigentliche Blickfang auf der Vorderseite. Die bisherige Benennung tritt in den Hintergrund oder verschwindet in einigen Ländern bereits komplett.

Die Verpackung ändert sich, der Geschmack bleibt – so lautet die zentrale Botschaft von Lotus.

Die Firma betont, dass an der Rezeptur nichts gedreht wird. Die Kekse sollen weiterhin:

  • knusprig bleiben,
  • den typischen karamellisierten Geschmack besitzen,
  • genau so aussehen wie bisher,
  • in der gewohnten Größe abgepackt werden.

Damit nimmt Lotus Bakeries vielen Fans die größte Sorge: Der Kult-Keks bleibt geschmacklich derselbe, nur der Name ändert sich. Die Strategie zielt klar auf den Markenauftritt, nicht auf das Produkt selbst.

Warum Lotus diesen Schritt jetzt geht

Der Keks ist längst mehr als nur eine Beilage zum Kaffee. In vielen Ländern hat sich rund um die Marke ein komplettes Sortiment entwickelt: Brotaufstriche, Desserts, Eis, Kuchenrezepte – alles auf Basis des bekannten Karamellkekses. Für ein Unternehmen wird es irgendwann schwierig, das alles unter mehreren parallelen Namen sauber zu vermarkten.

Lotus Bakeries will mit der Vereinheitlichung mehrere Ziele erreichen:

  • Marke schärfen: Ein Name, ein Logo, eine Botschaft – egal ob im Flugzeug, im Supermarkt oder im Hotel.
  • Marketing bündeln: Werbekampagnen lassen sich weltweit einsetzen, statt für jede Region eigene Konzepte bauen zu müssen.
  • Wiedererkennung stärken: Reisende erkennen den Keks sofort, egal in welchem Land sie unterwegs sind.
  • Neue Produkte anschließen: Vom Brotaufstrich bis zum Eis lässt sich alles klar unter einem Dachnamen verkaufen.

Gleichzeitig will das Unternehmen die emotionale Bindung langjähriger Fans nicht aufs Spiel setzen. In vielen Haushalten gehören die Kekse fest zum Alltag, etwa zu Weihnachten, beim Sonntagskaffee oder beim Backen von Cheesecake und Tiramisu. Genau dieses Vertrauen soll der Hinweis auf die unveränderte Rezeptur schützen.

Was sich im Alltag wirklich ändert

Für Verbraucherinnen und Verbraucher wirkt die Entscheidung zunächst größer, als sie im Alltag tatsächlich ist. Wer die Kekse hauptsächlich:

  • zum Kaffee im Café serviert bekommt,
  • im Flugzeug gereicht bekommt,
  • als Zutat beim Backen nutzt,
  • ab und zu im Supermarkt mitnimmt,

wird vor allem einen sichtbaren Unterschied merken: den Namen auf der Packung. Preis, Geschmack, Form und typische Einsatzmomente bleiben voraussichtlich gleich.

Spürbar wird die Umstellung vor allem dort, wo das Produkt selbst im Mittelpunkt steht, etwa in Rezepten: Viele Foodblogs und Kochportale nennen heute noch Spekulatius oder Lotus-Kekse als Zutat. Künftig dürfte dort häufiger einfach nur noch „Biscoff-Kekse“ stehen.

Die Marke rückt stärker in den Vordergrund – aus dem simplen Kaffeekeks wird ein bewusst platziertes Markenprodukt.

Welche Chancen und Risiken die Umbenennung birgt

Eine derartige Veränderung ist für eine Traditionsmarke nie ohne Risiko. Wer mit einem Namen groß geworden ist, reagiert sensibel, wenn dieser Name verschwindet. Einige Kundinnen und Kunden könnten den Wechsel als Bruch mit der eigenen Kindheit oder mit gewohnten Ritualen empfinden.

Gleichzeitig eröffnet ein klarer Markenname weltweit enorme Chancen. Die Kekse lassen sich leichter in neue Märkte einführen, Kooperationen mit internationalen Ketten werden einfacher, und neue Produkte lassen sich glaubwürdig unter derselben Bezeichnung platzieren. Für eine Firma, die global wachsen will, zählt dieser Aspekt zunehmend mehr.

Warum gerade dieser Keks so erfolgreich wurde

Der Erfolg der Lotus-Kekse – oder künftig eben Biscoff – hängt nicht nur am Branding. Mehrere Faktoren haben sie zu einem Standardprodukt gemacht:

Faktor Rolle beim Erfolg
Geschmack Die Kombination aus Karamellnote und Gewürzen passt perfekt zu Kaffee und Tee.
Portionsgröße Einzeln verpackte Kekse sind ideal für Hotels, Fluggesellschaften und Büros.
Haltbarkeit Die Kekse lassen sich gut lagern und transportieren, ohne schnell an Qualität zu verlieren.
Vielseitigkeit Sie funktionieren als Snack, aber auch als Zutat für Desserts, Tortenböden oder Toppings.
Markenaufbau Konstantes Design und globale Präsenz haben den Wiedererkennungswert massiv erhöht.

Gerade die Vielseitigkeit spielt heute eine große Rolle. In sozialen Medien kursieren unzählige Rezepte, die auf dem Keks aufbauen: Biscoff-Cheesecake, Tiramisu-Varianten, No-Bake-Kuchen oder Cremes für Dessertgläser. Damit wird das Produkt aus der kleinen Kaffeepause in die Hobbyküche getragen – ein weiterer Grund, den Markennamen zu stärken.

Was Fans jetzt wissen sollten

Wer sich unsicher ist, ob er im Regal noch den „richtigen“ Keks erwischt, kann sich an ein paar einfachen Punkten orientieren:

  • Das rot-weiße Design bleibt als Kernelement erhalten.
  • Der Schriftzug Biscoff wird dominanter, verdrängt aber nicht sofort alle anderen Hinweise.
  • Die Form des Kekses und die typische Prägung bleiben unverändert.
  • Der Hersteller Lotus Bakeries ist nach wie vor klar erkennbar.

In Übergangsphasen findet sich oft noch eine Kombination aus altem und neuem Namen auf einer Packung. So können sich Stammkundinnen und -kunden langsam an die neue Bezeichnung gewöhnen, ohne vor einem „fremden“ Produkt zu stehen.

Markenwechsel als Trend in der Lebensmittelbranche

Der Schritt von Lotus Bakeries reiht sich in eine breitere Entwicklung ein. Viele Lebensmittelhersteller verschlanken ihre Produktnamen, vereinheitlichen Logos oder trennen sich von Bezeichnungen, die nur in einzelnen Ländern funktionieren. Globales Marketing, Social Media und E-Commerce verstärken diesen Druck.

Für Konsumentinnen und Konsumenten bedeutet das: Produkte sehen häufiger anders aus, heißen anders, schmecken aber gleich. Wer Verpackungsdesigns und Namenswechsel aufmerksam verfolgt, kann besser einschätzen, ob es sich um ein komplett neues Produkt handelt oder „nur“ um eine überarbeitete Markenstrategie.

Im Fall der Lotus-Kekse liegt die Lage klar: Die Ära des alten Namens neigt sich dem Ende zu, der Kult-Keks bleibt. Nur sein offizielles Etikett hört künftig auf den Namen Biscoff – ob zum Kaffee im Hotel, im Flugzeug oder auf dem Kuchenteller zuhause.

Hannah Zimmermann

Geschrieben von Redakteurin Haus & Garten

Hannah Zimmermann

Redakteur bei Evergreen DE seit 2020, Hannah deckt schwerpunktmäßig Haus, Garten und Kochen ab und übersetzt Studien in alltagstaugliche Information.

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